Satire · Von der Redaktion · bernhardrieder.at

Kickl beantragt Misstrauen – alle üben Sitzfleisch

Die Opposition misstraut der Regierung, die Regierung vertraut sich selbst – und alle bleiben sitzen.

Gezeichnete Karikatur: Herbert Kickl mit Brille, Bart und schmalem Gesicht drückt im Parlament einen riesigen Misstrauens-Hebel, während hinter ihm auf der Regierungsbank Christian Stocker mit verschränkten Armen döst, Andreas Babler gähnt und Beate Meinl-Reisinger mit gefalteten Händen erstarrt dasitzt.

Herbert Kickl hat der Dreierkoalition das Misstrauen ausgesprochen – und zwar so, dass es auch die letzte Kaffeemaschine im Parlamentscafé mitbekommen hat. Für die kommende Nationalratssitzung kündigte der FPÖ-Klubobmann einen Misstrauensantrag gegen die gesamte Bundesregierung an. Das „Experiment dieser Verlierer-Koalition“ sei „krachend gescheitert“, erklärte er laut APA-OTS.

Für Kanzler Christian Stocker hat er einen Sessel-Vergleich parat: Der zementiere den Stillstand ein, „weil er noch verzweifelter an seinem Kanzlersessel klebt als Babler an seinem Parteivorsitz.“ Ein Satz wie ein Sitzfleisch-Wettkampf. Goldmedaille: die ÖVP. Silber: die SPÖ. Bronze: wer noch einen freien Sessel findet.

Als Beweis dient Kickl die Koordinierung: Knapp einhundert Reformvorhaben würden dort feststecken. Hundert Vorhaben in einer einzigen Koordinierung – laut Kickl. Wenn's stimmt, ist das kein Stau, sondern eine Dauerausstellung. Die Bevölkerung darf zuschauen, die Opposition darf zählen, die Regierung darf „Herbst der Ergebnisse“ sagen. Welcher Herbst, steht nicht dabei.

Wir beantragen hiermit Misstrauen gegenüber dem Wort „Handlungsfähigkeit“. Es wurde in dieser Republik so oft benutzt, dass es inzwischen selbst nur noch rudimentär handlungsfähig ist.

Satire auf Basis der APA-OTS-Aussendung der FPÖ vom 9.10.2026 und der Berichterstattung dazu. Wörtliche Zitate stammen aus dieser Quelle.

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