Gleichberechtigung, bitte – aber erst ab der Kaserne
Wer Gleichberechtigung predigt, aber nur Männer einberuft, hat das Wort nur bis zur Stellungsstraße gelesen.

Kaum ein Tag ohne Ruf nach Gleichberechtigung. Also haben wir in die Bundesverfassung geschaut. Art. 9a Abs. 3 B-VG: „Jeder männliche Staatsbürger ist wehrpflichtig.“ Staatsbürgerinnen dürfen freiwillig. Gleichstellung auf Österreichisch: Die einen müssen, die anderen dürfen.
Weil sich zu wenige Soldaten finden, hat die Regierung die Lösung schon in Begutachtung: Grundwehrdienst neun statt sechs Monate, und melden sich zu wenige, Zivildienst elf statt neun, berichtet ORF.at. Zu wenige Leute? Dann eben dieselben Leute länger. Nachsitzen mit Ansage.
Nimmt man die Gleichstellungsrhetorik beim Wort, stünde in der Stellungsstraße die doppelte Republik. Nimmt man die Verfassung beim Wort, nur die halbe. Österreich hat sich für beides entschieden: Rhetorik für alle, Stellungsstraße für Männer.
Und so gilt: Wer nicht einrücken muss, darf trotzdem mitbestimmen, wer einrückt – Gleichberechtigung à la Österreich.
Satire auf Basis von Art. 9a B-VG (RIS) und der Berichterstattung von ORF.at. Das wörtliche Zitat stammt aus der Bundesverfassung. Ziel der Satire ist die politische Doppelmoral, nicht Frauen.
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