Der Sesselkleberkönig dankt ab – auf Raten
In Österreich tritt man nicht zurück. Man tritt in Raten zurück – Laufzeit bis Jänner.

Die SPÖ hat einen neuen Rekord aufgestellt: den längsten Abschied seit Erfindung des Sessels. Andreas Babler gibt den Parteivorsitz ab – Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher führen „geschäftsführend“, einstimmig beschlossen. Vizekanzler bleibt er aber bis Jahresbeginn, dann übernimmt der Finanzminister. Das ist kein Rücktritt. Das ist eine Abdankung mit Ratenplan.
Der König steigt also vom Thron. Zuerst ein Bein. Dann, nach Rücksprache mit dem Kalender, das andere. Die Krone behält er vorerst als Leihgabe, der Thron bleibt warm, der Kleber hält. Kickl hatte Kanzler Stocker per APA-OTS bescheinigt, er klebe „noch verzweifelter an seinem Kanzlersessel“ – „als Babler an seinem Parteivorsitz“. Jetzt wissen wir: Babler klebt nicht. Er löst sich. Molekül für Molekül.
Rund um den Thron steigt indes das Wasser. Laut OGM-Umfrage für ServusTV steht die SPÖ bei zwölf Prozent, hinter den Grünen. Kärntens Daniel Fellner lobt „eine Geschlossenheit, wie ich sie noch nie erlebt habe“, Wiens Michael Ludwig hat „einen guten Plan A“. Den Parteitag gibt's im ersten Quartal. Die Schwimmreifen gibt's sofort.
Und Kanzler Stocker? Sein Ansprechpartner sei „derzeit Andreas Babler“. Derzeit. Das schönste Wort für „noch“.
Bleiben Fragen. Wie viele Raten hat ein Rücktritt? Wer zahlt die Zinsen? Und wenn der Thron leer wird – warum stehen dann alle schon mit dem Kleber daneben?
Die erste Rate ist bezahlt. Die Krone bleibt bis Jänner geleast.
Satire auf Basis der Berichterstattung von ORF.at vom 8.10.2026, der OGM-Umfrage für ServusTV vom 8.10.2026 und der APA-OTS-Aussendung der FPÖ vom 9.10.2026. Wörtliche Zitate stammen aus diesen Quellen. Mehr zum Thema: SPÖ löst Führungskrise durch Verdoppelung und Kickl beantragt Misstrauen.
Newsletter
Die Satire der Woche im Postfach
Jeden Samstag die neuen Beiträge – nur wenn es welche gibt. Kostenlos, kein Tracking, Abmeldung mit einem Klick.